Tierische Plagegeister

Blattläuse

Blattläuse auf meinem Froschbiss

Blattläuse (Aphidoidea) kommen ins Aquarium, indem sie auf Pflanzen sitzend in das Aquarium gebracht werden. Sie verbreiten sich dann rasend schnell. Sie sitzen meistens auf Schwimmpflanzen, Blättern oder Blüten oberhalb der Wasseroberfläche, da sie unter Wasser nicht leben können. Sie halten es allerdings einige Zeit unter Wasser aus. Die Blattläuse lösen sich nur schwer vom Stängel und sind von einer schillernden Luftschicht überzogen.
Bekämpfung:
Sollten Blattläuse an einer Pflanze im Aquarium auftreten, bestehen zur Bekämpfung grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Die erste und schnellste Möglichkeit ist es, die betreffende Pflanze/n abzuschneiden und sie zu entsorgen. Die ist jedoch bei größerem Befall an mehreren Pflanzen eher nicht von Vorteil, da dann unter Umständen kaum mehr Pflanzen im Aquarium verbleiben.
Die zweite Möglichkeit ist, sie ganz einfach an die Fische zu verfüttern. Dazu schneidet man die Blüte ab und legt sie entweder auf die Wasseroberfläche oder beschwert sie mit einem Stein damit sie unten bleibt. Wenn sich die Blattläuse lösen lassen könnt ihr sie auch auf die Wasseroberfläche streuen, denn das ist ein ideales Futter für Labyrinthfische, Beilbäuche und Schmetterlingsfische. Auch Sumatrabarben lieben Blattläuse. Solange sie mit den Pflanzensäften keine giftigen Stoffe aufnehmen können, dürft ihr mit ihnen gerne den Speiseplan euerer Fische bereichern. Sie lassen sich sogar sehr leicht auf Zimmerpflanzen züchten, aber das nur am Rande.

Eine weitere, jedoch ungeteste Variante ist es, oberhalb der Wasseroberfläche ein Stück Knoblauch auf die betreffende Pflanze zu legen, so dass die Blattläuse vertrieben werden.

Hydras

Hydra Grün

Die Hydra (oder auch Süßwasserpolyp) gehört zu den Nesseltieren (Cnidaria) als Unterordnung der Hohltiere (Coelenterata). Zu den Hohltieren gehören außerdem noch Quallen, Seeanemonen und Korallen.
Eine Hydra besitzt eine Mundöffnung, die zu einem Sackdarm (Gastralraum) führt, in dem die Nahrung verdaut wird. Ein Süßwasserpolyp besteht am Stängelchen aus zwei Zellschichten (die äußere wird Ektoderm, die innere Entoderm genannt; zwischen den beiden Schichten wird eine Stützschicht aus sog. Mesogloea gebildet, das ein bisschen wie Wackelpudding ist, in dem aber keine Zellen sind), deshalb benötigt er kein Blutkreislaufsystem, da die Nährstoffe von außen, d.h. vom Wasser aus, eindringen können und innen die Nährstoffe als Verdauungsprodukte des Gastrovaskularsystems (griech.: gastro = hohl; gaster = Magen; lat. vasculum = kleines Gefäß) direkt aufgenommen werden können. Der sog. Sackdarm funktioniert nicht nur als Verdauungsorgan sondern auch wie ein Blutgefäßsystem.

Die Süßwasserpolypen stellen eine niedrigere Entwicklungsstufe dar als zum Beispiel Plattwürmer oder Stachelhäuter. Bei den Hohltieren finden bis zum Gastrulastadium (bestimmtes Stadium der befruchteten Eizelle = Zygote) die gleichen Vorgänge statt wie bei einem Menschen. Man kann sich das Gastrulastadium vorstellen wie einen Luftballon den man umstülpen kann, sodass das innere außen ist (was beim Menschen der Fall ist; deshalb haben wir Menschen auch ein Rückenmark, da bei uns die innere Zellschicht nach außen „gedreht“ wurde, im Gegensatz zu beispielsweise Würmern und Schnecken, die ihr Nervensystem entlang dem Bauch laufen haben (= Bauchmark). Bei dem Süßwasserpolyp stülpt sich die Gastrula nicht um. Seine Mundöffnung dient ihm deshald gleichzeitig als After.

Der Süßwasserpolyp kann heterotroph (fremdernährend => essen) und autotroph (selbsternährend => Photosynthese) leben, wozu er aber bei letzterem Photosynthese betreiben und somit Licht erhalten muss. Um Beute fangen zu können, benötigt er Nesseln die sich in den Nesselkapseln welche an den Tentakeln sitzen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Nesselzellen, die einen werden in die Beute hineingeschossen und verankern sich in ihr, die anderen bleiben an dem Fang kleben und ziehen ihn somit an die Mundöffnung. Beide Arten von Nesseln enthalten Gifte (brennendes Gefühl bei Kontakt mit einer Feuerqualle), die das Opfer töten.

Die Fortbewegung funktioniert bei den Süßwasserpolypen sehr einfach. Zuerst werden die Tentakeln an die Unterlage „gesaugt“ und danach das Fußteil „abgezogen“. Er macht also praktisch einen Purtzelbaum. Und danach saugt er sich mit seinem Fß einfach wieder fest.

Die Hydra pflanzen sich entweder geschlechtlich oder ungeschlechtlich fort. Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung bildet er eine Knospe (wie bei einer Pflanze), welche irgendwann zu einem selbstständigem Individuum wird. Geschlechtlich kann sich auch ein einziger Süßwasserpolyp fortpflanzen (Zwitter).

Aus dem Aquarium kann man die Tiere wieder loswerden indem man nicht mehr so viel füttert und jedes Exemplar welches man entdeckt sofort entfernt.

Planarien-Scheibenwurm

Planarie

Planarien (Gattung Dugesia)

Kleine weiße Würmer im Aquarium? Das mag für die meisten Aquarianer erschreckend wirken. Bei diesen Tieren handelt es sich meistens um Planarien und diese sind für die meisten Bewohner des Aquariums völlig harmlos. Gefährlich sind diese Würmer aber vor allem für Züchter und Garnelenhalter, denn Planarien vergehen sich sehr aggressiv an diesen Pfleglingen. Diese Eigenschaft, gemeinsam mit der schier unmöglichen Widerstandsfähigkeit, verdient die Planarie die Betitelung als Plagegeist wie kaum ein anderer Schädling.Bei den Planarien im Aquarium handelt es sich um Vertreter der Gattung Dugesia (veraltet noch als Planaria bezeichnet) aus der Klasse der Strudelwürmer. Diese sind je nach Art zwischen wenigen Millimetern und 2,5 cm groß, einige Arten sind auch in unseren heimischen Gewässern zu finden. Der Körper ist sehr stark abgeflacht und der Kopf erinnert an ein gleichschenkliges Dreieck, auf dessen Oberfläche zwei kleine Augen sitzen. Mit diesen Augen registriert die Planarie nur den Winkel des Lichteinfalls, das reicht ihr unter Wasser aber auch, um mögliche Gefahren zu bemerken und sich schnell in Sicherheit zu begeben. Der Schlund sitzt auf der Unterseite der Körpermitte, ist also nur von unten oder bei starker Durchleuchtung sichtbar. Ihre Beute verschlingen sie entweder im Ganzen oder zersetzen sie durch Enzyme, falls das Futter zu groß ist. Zudem können sie noch in der Haut lokalisierte Stäbchen (Rhabdoide) auf Beute oder Feinde abschießen und diese damit verkleben.

Für gewöhnlich kriechen die Planarien auf einem selbstproduzierten Schleimfilm, sie können aber auch „schwimmen“ indem sie die vorhandene Strömung im Aquarium ausnutzen und somit schwerelos durchs Becken gleiten (dazu bildet der flache Körper eine Röhre, wie bei der Schlammschnecke). Planarien ziehen dunkle, versteckte Orte vor, sind aber immer häufiger zu sehen, wenn die Population zunimmt, diese Eigenschaft ist schuld daran, dass Planarien-Plagen meistens viel zu spät erkannt werden. Sehr erstaunlich ist die Regenerationsfähigkeit der Planarie, so können diese Würmer ihren kompletten Körper dank der Neoblasten wieder aufbauen, wenn es zu Verletzungen kam. Diese Fähigkeit geht soweit, dass sich aus zerstückelten Planarien soviele Planarien bilden, wie Stücke vorhanden sind. Diese kann man jedoch nicht als weder als neues Tier noch als Klon bezeichnen, da jedes Stück über die gleichen Erinnerungen und angelernten Fähigkeiten des Ausgangtiers verfügen.

Zudem nimmt eine Planaie die Fähigkeiten einer anderen in sich auf, wenn sie diese verzehrt. Die eigentliche Vermehrung dieser Hermaphroditen (Zwitter) ist aber dennoch eine Paarung von zwei Individuen, wobei eine Planarie sich aber auch mit sich selbst oder einer Reproduzierung ihrer selbst vermehren kann. Aus den Eiern schlüpfen ohen Larvenstadium fertige Mini-Planarien. Eine Schutzschicht aus giftigem Schleim bewahrt die Scheibenwürmer vor Fressfeinden, manche Exemplare verfügen zudem über Nesselkapseln von gefressenen Polypen.

Aber wie kommen sie überhaupt ins Aquarium? Dies ist meistens nur schwer festzustellen, die Eier können an Einrichtungsgegenständen, Pflanzen und Bodengrund kleben. Zudem kann man sich Planarien durch selbstgefischtes Lebendfutter aber auch mit Frostfutter einschleppen.

Bekannte, aber wenig wirksame Methoden der Planarienbekämpfung:

Mit dem Aushungern wird man wenig Erfolg haben. Planarien überstehen über ein Jahr ohne Futter. Fische dagegen nicht und selbst wenn sich im Aquarium keine Fische befinden, werden die Planarien lange Zeit noch genügend Nahrung finden um nicht vollständig abzusterben, außerdem bleibt ihnen immer noch die Eiablage um ihren Fortbestand zu gewährleisten (die Inkubationsdauer ist je nach Außeneinflüssen unterschiedlich).
Auch eine Erhöhung der Temperatur ist nahezu aussichtslos. Temperaturen über 60° C werden von keinem Fisch, keinem Krebstier und auch keinen Schnecken ausgehalten. Planarien aber werden ab diesem Punkt hektisch, teilweise kriechen sie aus dem Wasser und warten an der Scheibe, bis das Wasser wieder normale Temperaturen hat. Durch Kochen aber lassen sich Planarien und ihre Eier zerstören.
Das Hineinleiten von Strom ins Aquarium ist ebenfalls keine Lösung für ein bestzes Becken. Durch das elektrisieren werden zwar viele Planarien abgetötet, es finden sich aber immer wieder genug Tiere, die offenbar nur „angekokelt“ wurden und sich daraufhin wieder regenerieren.
Was bei Schnecken reibungslos funktioniert, ist bei Planarien aussichtlos: Das Ködern. Man kann kleinere Gefäße mit Fleisch füllen, diese ins Becken legen und nach einem Tag wieder herausnehmen. Damit ist man viele Planarien auf einen Schlag los, aber komplett ausrotten lassen sie sich damit nicht, hat man Pech hilft man ihnen mit diesen gütigen Futtergaben auch noch bei der Vermehrung.
Diese Methode ist im Becken nicht einsetzbar, aber mit Planarienverseuchten Gegenständen. Allerdings hilft Gefrieren so wenig wie Kochen, Planarieneier kann man jahrelang einfrieren, aber sobald sie wieder ins Wasser kommen schlüpfen die Jungtiere.
Chemie ist nie eine gute Idee, auch bei Planarien nicht. Alle chemischen Mittel im Handel sind für Fische, Schnecken und Krebstiere in Konzentrationen tödlich, in denen Planarien erste Anzeichen von Unbehagen äußern. Offenbar gibt es aber auch Exemplare die gegen eine absolut tödliche Dosis noch immun sind.

Erfolgreiche Methoden zur Bekämpfung:

Tabula rasa: Sicher etwas, was jeder Aquarianer verhindern will, aber die einfachste Methode sein Becken planarienfrei zu bekommen, gründliches Auswaschen, Abkochen der Einrichtungsgegenstände und eventuelle Desinfektion sind aber Pflicht, sonst geht das ganze Leid im neuen Becken von vorne los.
Der Nutzfisch: Fleischfressende Labyrinther machen Jagd auf Planarien, besonders hervorzuheben sind da die Paradiesfische (Macropodus opercularis). Diese Methode geht zwar sehr langsam von Statten, besonders wenn die Würmer viele Versteckmöglichkeiten haben, ist aber im Endeffekt sehr gründlich. Bedenklich ist aber wie auch bei den Schnecken und Algen der Einsatz eines Fisches als Problemlöser, dies sollte wirklich nur in Betracht gezogen werden, wenn das Becken auch für Labyrinther geeignet ist oder eine gute Unterkunft nach dem „Einsatz“ bereits bekannt ist.
Knoblauch besitzt eine antibakterielle Wirkung und sein Saft ist hochtoxisch für Moskitos, Flöhe und Zecken. Diese Wirkung wird in der Aquaristik bereits häufig gegen Flagellaten und andere Darmwürmer angewandt. Diese Methode ist vollkommen ungefährlich für erwünschte Aquarienbewohner, auch die Filterbakterien zeigen keine negative Reaktion auf Knoblauch. Die Planarien aber zersetzen sich nach kurzer Zeit der Knoblauchbehandlung. Der Nachteil ist die große Geruchsbelästigung, denn um Erfolge zu erzielen ist eine Zehe auf 10 Liter erforderlich, somit braucht man 20 Zehen in einem 200-Liter-Becken. Den größtmöglichen Effekt erzielt man, wenn man die Zehen gründlich zerquetscht.

Abschließend ist über die Planarien noch zu sagen, dass es sich um wirklich erstaunliche Tiere handelt, deren Regenerationsfähigkeit in der Wissenschaft zur Bekämpfung von Krankheiten erforscht wird und deren Widerstandsfähigkeit sie zu einer der hartnäckigsten Plagen im Aquarium macht. Hat man ein übriges kleines Becken und die Möglichkeit, an Planarien heranzukommen, ist eine Haltung dieser Würmer wirklich sehr empfehlenswert und die Beobachtungen werden selbst fortgeschrittene Aquarianer noch in Staunen versetzen. Aber es ist unbedingt darauf zu achten, dass dieses Becken und die dazugehörigen Gebrauchsgegenstände nicht mit anderen Aquarien in Berührung kommen, sonst wird aus einer kleinen Freude schnell eine große Plage.

Libellenlarven

Libellenlarve

Libellen – „Sommerboten und Sonnenkünder“ (H. Löns) – gehören zu den wohl auffälligsten Gestalten im ganzen Insektenbereich. Die meisten Libellenarten legen ihre Eier frei im Wasser ab, wo sie (nach wenigen Wochen oder Überwinterung) zunächst als „Vorlarve“ aus dem Ei schlüpfen. Nach höchstens ein paar Minuten ist die „richtige“ Larve aus der Vorlarvenhülle befreit und beginnt ihr Larvenleben, die die längste Zeit des Libellenlebens ausmacht.Libellenlarven fängt man sich meist mit Lebendfutter oder Zukauf neuer Wasserpflanzen ein. Meist noch in Form von Eiern, die unbemerkt zwischen Pflanzenwurzeln oder an den Blättern ins Aquarium geraten. Da die Larven erst nach wenigen Wochen (i.d.R. ca. fünf Wochen) schlüpfen, ist man häufig sehr überrascht, über das plötzliche Auftachen dieses „unbekannten Objektes“. Das Larvenstadium, in der die Larven im Wasser leben, schwankt erheblich (zwischen drei Monaten und fünf Jahren!). In der Regel dauert das Larvenleben, in dem das Tier zehn immer größer werdende Larvenstadien mit immer wieder endenden Häutungen durchläuft, jedoch „nur“ ein bis zwei Jahre.

Kleinlibellenlarven:
Sie sind länglich, schlank und haben sechs Beine. Am Ende ihres Hinterleibes befinden sich 3 blattförmige Schwanzanhänge (Tracheenkiemen), die als Ruder (Schwimmhilfe) dienen und mit denen Sauerstoff aus dem Wasser aufgenommen wird.

Großlibellenlarven:
Sind viel kürzer, jedoch breiter und insgesamt rundlicher als die Kleinlibellenlarven und besitzen ebenfalls sechs Beine. Sie haben keine sichtbaren Kiemen, sondern nehmen Sauerstoff über sogenannte Rektalkiemen auf, die in den Enddarm verlagert sind.Lebensweise und Ernährung:
Da Libellenlarven Räuber sind, können sie durchaus junge Fische und ausgewachsene Garnelen überwältigen, die auch ihre eigene Körpergröße übersteigen können. Kleinlibellenlarven bevorzugen als Beute kleine Krebse (wie z. B. Bachflohkrebse), Kaulquappen und Mückenlarven sowie wohl auch Krebs- und Garnelennachwuchs.

Libellenlarven lauern ihrer Beute auf und/oder pirschen sich langsam an sie heran. Sobald ihr Opfer in greifbarer Nähe ist, fährt die Larve blitzschnell ihre sog. Fangmaske aus, greift zu und zieht sie wieder zurück. Diese Maske ist die eigenartig umgewandelte Unterlippe. Sie wird in der Ruhephase zusammengeklappt und bedeckt so die Unterseite des Kopfes.

Bekämpfung:
Libellenlarven kann mein leider nur versuchen herauszufangen, was in einem bepflanzten Aquarium gar nicht so leicht ist, da sie sich äußerst flink fortbewegen.

Wichtiger Hinweis:
Da Libellenlarven in Deutschland unter Artenschutz stehen, sollte man sie nach dem Herausfischen in das nächstgelegene Gewässer (Fluß, See, Tümpel) aussetzen!

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